Titel: Spuren

 

2017 / in Entstehung

 

Idee / Konzept / Umsetzung / Lagerung

Christian Tschannen

 

Finanzierung

Bei gegebener Zeit mit Hilfe von Sponsoren oder Crowdfunding.

 

Teilnehmende

Betroffene/Opfer vor/nach 1981.

 

Beschreibung 

Betroffene fotografieren ihre Narben welche in der Kindheit und Jugendzeit durch Arbeits-Unfälle und/oder durch Gewaltübergriffe, z.B. durch Schläge entstanden sind.

Versucht die heute noch sichtbaren, äusseren Narben zu fotografieren und sendet diese mit einer kurzen Beschreibung zu - siehe Beispiele.

 

Fotografiert die Narben in einer hellen Umgebung, mit einem weissen Hintergrund (weisses Papier oder knitterfreies Tuch). Nutzt wenn möglich natürliches Licht, aber vermeidet direkte Sonneneinstrahlung. Z.B. wäre ein Fenster Richtung Norden (Nordlicht) ideal.

Versucht eine interessante Bildkomposition zu finden und macht eine Bildscharfe Aufnahme der Narbe(n) - Farbfoto.

 

Fotos bitte nicht nachbearbeiten.  

Bitte Aufnahmen nicht beschneiden, keine Belichtungs- und Farbkorrekturen vornehmen - oder wenn möglich nur bescheiden. Fotos werden mit Bildbearbeitungs-Programm nachbearbeitet. 

Alle Betroffene erhalten anschliessend eine Kopie ihrer bearbeiteten Fotos für das persönliche Archiv.

Wenn Teilnehmende doch ihre Aufnahmen selber bearbeiten möchten, dann bitte behutsam und dezent.

 

Diskretion wird gewahrt. Es werden keine Namen zu den Infos und Abbilder hinzugefügt, ausser mit ausdrücklicher Erlaubnis/Wunsch der Teilnehmenden.

 

Copyright/Urheberrechte bleiben bei den Teilnehmenden. 

Aufnahmen/Fotos werden von mir gesammelt/archiviert und nur für dieses Foto-Projekt verwendet. Bei möglichen Weiterverwendungen werden die Teilnehmenden vorab informiert.

 

Ausstellungssituation / Präsentation 

Die Fotos werden entwickelt, vergrössert und (vermutlich) auf Aluminium-Verbund aufgezogen.

Das Format steht noch offen, hängt von der Anzahl Teilnehmenden ab.

Die Form der Präsentation hängt vom jeweiligen Ausstellungsort ab.

 

 

Eine kleine Auswahl zeigen Narben an meinen Händen, welche durch Arbeits-Unfälle in der Kindheit und Jugendzeit entstanden sind.

  Oben: Links nach Rechts.

- Bei Holzarbeiten im Wald ist die Säge abgesprungen und schlug auf Handgelenk-Knöchel - der erste Arbeitsunfall mit 8 Jahren.

- Futtersack mit Taschenmesser geöffnet, dabei abgerutscht und im flachen Winkel unter die Fingerkuppe gestochen.

- Beim Holz spalten, als mit der linken Hand das Scheit fixiert wurde, sprang das Beil ab und schlug auf das Zeigefingergelenk.

- Nach einem Stoss mit der Hand durch ein Fenster gefallen.

  Unten: Links nach Rechts.

- Beim schleifen, bzw. wetzen der Sense mit Wetzstein abgerutscht und bis auf Zeigefingerknöchel eingeschnitten.

- Bei der Montage, beim einsetzen der frisch geschliffenen Messer am (Silo-) Grashäcksler, wurde das Rotier-Messer in Bewegung versetzt und schlug in den Daumenballen.

- Im Frühjahr auf der Alp, beim errichten der Zäune, mit der Hand im Stacheldraht hängengeblieben.

- Auf einer alten Bandsäge Feuerholz zerschnitten, dabei riss das Sägeband und schlug schräg durch die Daumenkuppe.

 

 

--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- 

 

 

 

Es folgen Aufnahmen von Betroffene/Opfer vor/nach 1981.

 

Die Schnitt-, Risswunde ist in der Jugend, bei Reinigungsarbeiten im Hühnerstall entstanden. Die Betroffene schlug in der Hektik in ein scharfkantiges Blech und verletzte sich an der Hand - zwischen Daumen und Zeigefinger. Und wie auf der Aufnahme gut erkennbar, ist der Heilungsprozess noch nicht abgeschlossen. 

Foto: Opfer nach 1981.

In der Jugend, bei Alpaufzug gestürzt und das Knie aufgeschlagen.

Foto: Betroffene vor 1981.

Während Reinigungsarbeiten auf dem Heuboden, mit Unterarm an einem kleinen Nagel (Spitze) hängen geblieben. Dies verursachte eine kleine Stich- und Risswunde.

Foto: Opfer nach 1981.

 

Im Holzschopf beim Holz spalten gestürzt und an der Stirn,

über der Augenbraue eine Platz- und Risswunde zugefügt.

Foto: Betroffene vor 1981.

Aufnahme zeigt Vernarbungen welche durch Ritzen, durch Selbst-Schneidungen entstanden sind. Selbstverstümmelungen, bzw. Selbstverletzungen sind bei vielen Betroffenen während den Massnahmen/Fremdplatzierungen eingetreten - oder danach, manchmal Jahre später.

Foto: Opfer nach 1981.

 

Eine weitere Aufnahme mit Narben durch Selbstverletzungen, Ritzungen der Haut. 

Foto: Betroffene vor 1981.

 

In der Kindheit das Knie an einem Wellblech (Kante) aufgeschnitten. 

Im Kinderheim, von einer Schwester mit Holzkreuz geschlagen, dabei wurde die Betroffene zwischen Nase und Oberlippe verletzt.

Foto und Bildbearbeitung auf Smartphone: Betroffene vor 1981.

 

Die Aufnahme zeigt strak sonnengeschädigte Haut eines Verdingkindes. Sonnengeschädigte Haut war und ist bei vielen ehemaligen Verding- und Pflegekinder ein Problem.

Foto: Angehörige fotografierte kurz vor dem Tod der Grossmutter (2014) ihre rechte Wange. Herzlichen Dank für diesen Beitrag.

 

Vernarbung neben dem Auge sind durch Schläge in der Kindheit entstanden. Der ehemalige Pflegevater schlug oft auch ins Gesicht und verursachte einmal dabei eine Riss- und Platzwunde. Foto und Bildbearbeitung: Opfer nach 1981.

Ehemaliger Verding-/Pflegebub wurde mit ca. 9 Jahren mit einem Holzscheit geschlagen und dabei entstand eine Riss-, Platzwunde am Kopf.

Foto: Betroffener vor 1981

In der Kindheit, während der Arbeit gestürzt und Knieverletzung zugezogen.

Foto und Bildbearbeitung: Betroffene vor 1981