Titel: Verstümmelung

 

2016 - Arbeit steht als Idee.

 

2-D Wand-Installation, variabel.

Figuren aus Sperrholz gesägt, Acryl-Farbe schwarz/matt, Formulierungen aus Akten auf Papier gedruckt (A4).

Es werden bis zu 200 oder vielleicht 300 Baby- und Kindersilhouetten aus Sperrholz gesägt. Grösse der Figuren bewegt sich zwischen Postkarte- und A4-Format.

Über 100 Silhouetten wurden schon hergestellt.

 

Idee / Umsetzung / Lagerung / Vorfinanzierung

Christian Tschannen

 

Teilnehmende

Spezifisch an Betroffenen von Zwangssterilisationen und Zwangsabtreibungen und/oder ihre Angehörigen gerichtet.

 

 

 

 

Gedanke

Gedacht ist eine stille, kontemplative Arbeit über die Problematik der Zwangssterilisationen und Zwangsabtreibungen. Die Baby- und Kindersilhouetten - welche die Silhouetten, die Schatten der Kinder sein können die nie geboren wurden - werden um “Zitate“ aus den Akten von Betroffene angebracht. 

Gesucht werden hierfür Akteneinträge, bzw. der entscheidende Satz, die Erklärung, Formulierung, Rechtfertigung oder Hinweis, welcher zur Verstümmelung, zur Zwangssterilisation oder zur Zwangsabtreibung führte.

Wie solche Massnahmen erklärt und gerechtfertigt wurden ist schwer vorstellbar. Auch wie gerade solche Entscheidungen, Erklärungen oder Rechtfertigungen formuliert wurden, also welche Semantik, welche Sprache zu einer Zwangskastration, Zwangssterilisation oder Zwangsabtreibung geführt haben, übersteigt die Vorstellungskraft von vielen Menschen.

Für diese Arbeit werden wie formuliert, der entscheidende Satz, die Erklärung, Rechtfertigung oder Hinweis gesucht, welcher zu dieser lebenslanger Verstümmelung oder zur Zwangsabtreibung führte.

Betroffene/Angehörige schreiben, bzw. tippen bitte die Formulierungen, die entscheidenden Stellen aus den Akten und Unterlagen ab. Bitte aber keine Angaben und Hinweise über Personen, Orte usw. - Angaben anonym halten!